Eine gute Webseite heißt noch lange nicht, dass wir auch gefunden werden –

Bedauern wie diese höre ich sehr häufig: „Jetzt habe ich so viel Geld in meine neue Webseite gesteckt und habe das Gefühl, dass mich trotzdem niemand darüber erreicht.“ Oder: „Nicht ein einziger neuer Kontakt kommt über die Webseite“. Das sind häufig zwei von vielen Standardaussagen meiner Kund:innen. Wie kann das sein und was können wir dagegen tun? 

Erst einmal möchte ich das Phänomen einmal mit der analogen Welt vergleichen: Wir haben ein tolles Produkt, viel Mühe und Geld in die Entwicklung gesteckt, uns Gedanken über Aussehen, Wirkung und Verkauf gemacht – doch es fehlt der nächste Schritt, der uns in der analogen Welt vertraut war. Wir haben ans Marketing, die Öffentlichkeitsarbeit für das Produkt gedacht und uns auf den Weg begeben. Wir haben in der Presse davon berichtet, wir haben Flyer gedruckt und sie unter die Menschen gebracht, wir haben anderen von dem Produkt erzählt, um es bekannt zu machen. Denn uns war klar: Ohne Public Relation wird niemand auf mein Produkt aufmerksam. 

Wie der digitale Weg geht

Übertragen auf unsere digitale Welt: Wir haben unseren „Laden“, die Webseite, mit unseren Produkten, Dienstleistungen geöffnet und fertiggestellt. Doch es gibt noch keine Infrastruktur. Die „Straßen“ zum Laden sind nicht angebunden, sie fehlen. 

Jetzt kommt natürlich auch im digitalen Zeitalter die Werbung, das Marketing, auf den Plan. Wie bekomme ich die Anbindung meiner Webseite hin, um gefunden zu werden. Das funktioniert jetzt ein bisschen anders. Zumal die potenziellen Käufer, Interessenten jetzt nicht mehr unbedingt nach Flyern auf der Ladentheke Ausschau halten, sondern direkt im Internet nach Angeboten, Produkten, Dienstleistungen schauen. Knapp 70 Millionen Nutzer ab 16 Jahre sind laut Oberla Statista dort in diesem März unterwegs gewesen. 96 % der Menschen nutzen das Internet. Also sind digital unterwegs. Dort sollten wir dann unsere Infrastruktur dringend so aufbauen, dass sie uns auch finden können und auf unsere Webseiten stoßen. 

Drei wichtige Schritte zum Ziel

Dazu möchte ich heute nur ein paar bedeutsame Tipps geben, wie uns das gelingen kann und es einmal in drei Schritten verdeutlichen: 

1. Wir benötigen eine gut funktionierende und den aktuellen technischen Standards entsprechende Webseite

2. Wir müssen die Webseite an die sozialen Netzwerke anschließen

3. Contentplanung

 

1. Gut funktionierende den technischen Standards entsprechende Webseite

Ich muss prüfen, ob die Webseite technisch auf dem neuesten Stand ist.Was heißt das genau? Lädt sie schnell genug? Passen Bilder und Text zusammen und kommt meine Botschaft so herüber, dass sie gut verstanden wird und zum Kauf meines Produktes, meiner Dienstleistung anregt. Ist sie im Backend technisch seo-relevant eingestellt? Das heißt, sind sie so, dass sie im Rahmen von Suchmaschinenoptimierung (Search engine optimization=SEO) von den gängigen Suchmaschinen auch gefunden werden können. 

Passen die Aktualisierungen aller PlugIns? Ist sie responsive – also wird die Seite nach Aufruf automatisch den mobilen Endgeräten wie Smartphone, Tablet & Co. angepasst. Eine Webseite, die ich nicht mobil gut lesen und bedienen kann, fällt zurück in der Aufmerksamkeit, denn ein großer Prozentsatz der Nutzer (und es werden immer mehr) gehen heute überwiegend über ihre Endgeräte auf die Webseiten. 

Text und Technik seo-relevant

Ein weiterer wichtiger Punkt ist zu prüfen, ob meine Texte auf der Webseite, meine Blogartikel seo-relevant verfasst sind. Also genügen sie den Anforderungen von Google & Co., um von den Algorithmen wahrgenommen zu werden. Passen die Keywords, die Suchwörter, zu den Anfragen potenzieller Interessenten?

Rechtsfragen klären

Rechtsfragen müssen darüber hinaus geprüft werden: Die Seite muss auch den Herausforderungen der rechtlichen Bestimmungen genügen. Sind Impressum, Datenschutz ausreichend für die Zwecke und das Nutzen meiner Seite verfasst. Es gibt große Unterschiede und wesentliche Inhalte, auf die wir achten müssen. Ich empfehle immer, die Seite einmal einer Rechtsberatung zu unterziehen, um an der Stelle sicher zu sein, denn seit der DSGVO (Allgemeine Datenschutzverordnung) sind die Auflagen strenger geworden. 

Inhaltich sollte ich sicher gehen, dass die Seite immer auf dem aktuellen Stand ist. Sie beizeiten zu überarbeiten, zu aktualisieren oder sich verändernden Geschäftsbedingungen anzupassen, sollte selbstverständlich sein. 

Allein das sind Faktoren, die bei Google & Co. eine große Rolle spielen, um organisch, also nicht über Anzeigen bezahlt, in den Suchmaschinenergebnissen mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. 

Gesetzt den Fall, oben beschriebene Punkte passen bei Ihnen alle, dann sind Sie schon einmal einen großen Schritt voraus. Dann sind Sie aber noch lange nicht fertig. Ihr „Laden“ steht dann jetzt perfekt ausgestattet im Netz und will gefunden werden. Hier sind wir an der Schnittstelle zum eingangs erwähnten Bedauern „Jetzt habe ich eine so tolle Webseite, so viel Geld investiert und werde trotzdem nicht gefunden…“ Wie geht es jetzt weiter?

2. Anschluss der Webseite an soziale Netzwerke

Jetzt kommt die Anbindung an die sozialen Netzwerke. Wir forcieren die digitale Vernetzung, um auf uns aufmerksam zu machen, um gefunden zu werden und unser Produkt, unsere Dienstleistung an den Mann oder die Frau zu bringen. Auch das ist eine spezielle Philosophie für sich. Ich möchte etwas genauer hinschauen, um zu verdeutlichen, worum es geht und wie wir die Anbindung bestenfalls hinbekommen. 

Ich muss mir erst einmal im Klaren darüber sein, wer meine Zielgruppe ist und wo sie sich überhaupt aufhält. Das ist für die Entscheidung wichtig, in welchen sozialen Netzwerken ich mich bewegen sollte. Sollte meiner Zielgruppe eher mittleren Alters sein, würde ich nicht TikTok oder Snapchat wählen. 

Wie viel Zeit ich investieren kann

Zweite Frage, die ich mir stelle, wie viel Ressourcen habe ich und wie viel Zeit möchte und kann ich in die Aktivitäten auf Social Media investieren. Auch dort gibt es massive Unterschiede in der Dynamik der Präsenzen. Möchte ich beispielsweise nicht ständig aktiv sein, ist Twitter, der schnelle Kurznachrichtendienst, nicht die richtige Wahl. 

Habe ich die Fragen für mich geklärt, könnte von Bedeutung sein, welche Art der Kommunikation ich betreiben möchte und welche bei meinen Kunden am besten ankommt oder für mein Produkt am ehesten in Frage kommt? Eher visuell? Film?  Dann Youtube. Foto? Instagram. Beziehungspflege und Gruppen? Facebook. B2B? LinkedIn oder Xing… und so weiter. 

3. Contentplanung

Habe ich die Entscheidung getroffen und weiß, welche sozialen Kanäle ich bespielen möchte, sollte ich mir Gedanken darüber machen, wie ich die Kanäle bestücke. Wie die Profile aussehen sollen und mit welchen Inhalten ich sie warum fülle. Und auch hier gibt es große Unterschiede in den Anforderungsprofilen, Zielgruppen oder im Nutzungsverhalten – ganz eigene Regeln, um sich auf diesen Kanälen zu bewegen. 

Content und Kontinuität wichtig

Ich muss dann an die konkrete Contentplanung gehen, mit welchen Inhalten ich wie oft und in welcher Form auf mich und meine Webseite aufmerksam machen möchte, um von Google & Co., bzw. von meinen potenziellen Kunden und Interessenten gefunden zu werden. Hierzu erstelle ich bestenfalls einen Redaktionsplan mit Inhalten und Terminierung der Themen. 

Dabei ist noch ein sehr wichtiger Punkt zu beachten: Wir sollten am Ball bleiben. Sehr regelmäßig und kontinuierlich. Nur dann können die Algorithmen uns wahrnehmen und werden unsere Inhalte entsprechend ausspielen. Wenn wir dafür selber keine Zeit haben, sollten wir uns dafür jemanden holen. 

Was früher der Anruf in den Redaktionen von Zeitung, Hörfunk und TV war, ist heute auch ein bisschen Überlistungsarbeit der Technik 😉

Das hört sich aufwendig an? Ist es nicht. Wir müssen uns lediglich hinein denken in die neue digitale Philosophie der Netzwelt und uns bewusstwerden, dass unsere Webseite nur der „Laden“ ist, der eine Straßenanbindung benötigt, um erreicht zu werden. Diese Anbindung, diese Infrastruktur, können wir gut geplant, strategisch für uns nutzen und uns nach einem kleinen Anfangsaufwand, die genialen Möglichkeiten der digitalen PR-Welt erschließen. 

Wenn wir dann das ganze Konstrukt noch mit einem ausgefeilten E-Mail-Marketing verbinden, dann steht der direkten Kontaktaufnahme über unsere Webseite nichts mehr im Wege. Wir holen dann sehr aktiv die Interessenten, Nutzer immer wieder zurück in unseren „Laden“ und bieten ihm eines unserer Produkte oder Dienstleistungen an.