Transformation: Nutzungsverhalten und Veränderung bewusst machen – 

Digitalisierung, digitaler Wandel, Transformation –unser Zeitalter hat viele Bezeichnungen. Von digitaler Resilienz hören wir bisher selten etwas. Diesem wichtigen Thema möchte ich mich heute widmen. Was digitale Resilienz bedeutet und was wir damit anfangen können.

Max Planck hat einmal gesagt: „Eine wissenschaftliche Erkenntnis setzt sich nicht deshalb durch, weil die Vertreter des alten Systems überzeugt wurden, sondern weil sie aussterben und eine neue Generation an ihre Stelle tritt, die mit den neuen Gedanken aufgewachsen ist.“ Diese Aussage in Bezug auf die technische Entwicklung unseres Zeitalters trifft es sehr gut. 

1. Digitalisierung

2. Resilienz

3. Definition “Digitale Resilienz”

4. Bedeutung für unseren (Arbeits-) alltag

5. Die Herausforderung

6. Unterstützung

1. Digitalisierung

Wir haben seit Beginn der 90er Jahre das Internet.  Über E-Mail können wir uns über den gesamten Globus schreiben. Die Abläufe in Firmen, Betrieben und Produktionen werden fortlaufend automatisiert. Wir betreiben Webseiten, mit denen wir unsere Dienstleistungen, Angebote präsentieren können. Gleiches trifft auf unsere Privathaushalte und unsere Alltage zu. Wir haben mit Computern begonnen, sind heute täglich über Smartphones, Tablets, mobile Endgeräte miteinander verbunden und vernetzt. Wir haben soziale Netzwerke, Messangerdienste, in denen wir uns in Echtzeit austauschen. Wir können übers Internet einkaufen, Gespräche in alle Welt führen, über Konferenzsoftware Sitzungen via Internet abhalten, Bestelllungen des alltäglichen Bedarfs jeglicher Art aufgeben. Zahlreiche Programme (Apps) helfen uns bei der Ausleihe von Autos, Rollern oder E-Scoutern.  Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Das ist die eine Seite des digitalen Wandels, der uns alle betrifft. 

Die technische Perspektive

Die zweite Seite der Digitalisierung „kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen meinen“, definiert Prof. Dr. Oliver Bendel vom Institut für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Wirtschaft in der Nordwestschweiz Digitalisierung in  Gablers Wirtschaftslexikon. Das ist die rein technische Betrachtung. Vielen von uns ist das auch im Zusammenhang mit automatisierten technischen Abläufen und digitalisierten Lösungen in Unternehmen oder im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz ein Begriff. Die Digitalisierung habe zu verschiedenen Umwälzungen geführt, angefangen von der Umdeutung des Begriffs der Güter und der Werke und der Vereinfachung von Kopier- und Distributionsmöglichkeiten über die Veränderung der Arbeitswelt bis hin zur Verschmelzung von Virtualität und Realität. Spezialisierte Plattformen wie amazon & Co. verdrängen traditionelle Geschäfte und Einkaufsmethoden. 

Kombination ist der digitale Wandel

Für beide Bereiche greifen dann eher die Bezeichnungen digitaler Wandel oder Transformation. Denn die Digitalisierung ist bei weitem nicht nur eine technische Veränderung, die auf vielen Gebieten Erleichterung bringt, sondern der digitale Wandel insgesamt beeinflusst unser alltägliches Leben und verändert unsere Gesellschaft. Sie beeinflusst alle nur denkbaren Bereiche: Unsere Arbeitswelten verändern sich, unsere Kommunikation wird eine andere. Unser Verhalten, Nachrichtenkonsum oder  Meinungsbildung werden beeinflusst. Da wir Menschen sehr anpassungsfähig sind, haben wir die meisten Prozesse längst fast automatisch mit vollzogen – zumindest, diejenigen, die unseren Alltag betreffen. Doch wie sieht es mit Veränderungen im beruflichen Kontext aus? 

2. Resilienz- Was es bedeutet

Eine allgemein gültige Definition für Resilienz ist schwierig, da sie alle Bereiche betrifft und es immer darauf ankommt, in welchem Zusammenhang wir Resilienz verstehen und sehen. Es gibt viele verschiedene. Bekannt ist die der Widerstands- oder Wiederherstellungskraft, Krisen psychisch gesund zu überstehen und Ressourcen auszubilden, die uns kommende Krisen besser bewältigen lassen (Prosilienz, Sebastian Mauritz). Ganz einfach übersetzt, was die Immunabwehr für unseren Körper ist, ist die Resilienz für unsere Psyche. Sie ist insbesondere dann gefragt, wenn wir uns in schwierigen Veränderungsprozessen befinden oder ein erhöhtes Stresslevel haben.

3. Definition „Digitale Resilienz“

Christian Schuldt, Systemtheoretiker und Autor,  beschreibt die Digitale Resilienz in einem Artikel für das Zukunftsinstitut so: „Der gemeinsame Nenner der digitalen Kompetenzen, die Unternehmen heute und künftig brauchen, ist der selbstbewusste Umgang mit Unsicherheit und Komplexität. Denn die Kulturform der vernetzten Gesellschaft ist Komplexität – die nicht lineare, nicht vorhersagbare und potenziell flüchtige Ordnung. Die Vorstellungen von Eindeutigkeit und Steuerbarkeit, die noch bis ins späte 20. Jahrhundert galten, sind längst obsolet geworden“. Die Netzwerkgesellschaft biete keine langfristig „stabilen“ Strukturen mehr, sondern bestehe vielmehr aus flexiblen Figurationen, auf die sich Unternehmen immer wieder neu einstellen müssen. 

Hier ist Flexibilität und Veränderungsbereitschaft gefragt. Allerdings unter Berücksichtigung herkömmlicher, stabilisierender Strukturen. Dieser ganzheitliche Blick ist bei vielen noch nicht angekommen. Erst wenn dieses Verständnis für die strukturellen Grundlagen der Digitalisierung verstanden sind, kann der nächste Schritt in Richtung Digitalisierung umgesetzt werden. Wichtige Fragen sind dabei: Wie baue ich eine digitalfreundliche Kultur auf? Wo stehe ich und wie stehen wir den Möglichkeiten der Digitalisierung gegenüber? Was können und was wollen wir verändern. Wie passt die Anbindung an die sozialen Netzwerke in unsere Unternehmenskultur. Wie kann ich mich und/ oder mein Unternehmen mit anderen vernetzen und die Beziehungsqualität erhöhen? Wie schaffe ich Reichweite und mache auf mich aufmerksam?

Analoge & digitale Schnittstellen überwinden

Diese Fragen und Veränderungsprozesse, die wir alle spüren und mit denen wir täglich konfrontiert sind, stellen viele Menschen vor große Herausforderungen. Sie machen Angst, stellen Hürden dar und lösen an manchen Stellen das Gefühl von Überforderung aus. Die Schnittstellen sind offenkundig: Bis Beginn der 90er Jahre tickte die Welt analog. Ab dem Zeitpunkt bis zur Jahrtausendwende hielt die digitale Welt zunehmend Einzug in unser Leben – der digitale Wandel hatte begonnen. Die ab 2000 Geborenen, die Digital Natives, kennen nur die digitale Welt. Sie können sich nicht mehr vorstellen, wie es einmal ohne Computer und Smartphone war. Nun kommen aber aus alle Jahrgängen Menschen in Arbeitsprozessen und Lebenswelten zusammen. Hier ist Empathie, Einfühlungsvermögen und Verständnis gefragt. j Alte Muster und Verhaltensweisen werden nun hinterfragt. Für jene der analogen und digitalen Welt – wenn sie sich auf den Weg gemacht haben – kommt eine entscheidende vermittelnde Bedeutung zu. Sie haben ein Grundverständnis von beiden Lebenswelten. 

4. Bedeutung für unseren (Arbeits-) alltag

Dass all diese Veränderungsprozesse eine große Rolle spielenist überall zu spüren. Firmen mussten in der aktuellen Pandemie innerhalb kürzester Zeit alle Prozesse auf Online Präsenzen und Veranstaltungen umstellen. Unternehmen mussten überlegen, wie sie künftig ihr Geschäftsmodell im Internet anbieten können. Schulen, Universitäten und Lehrinstitute veranstalteten ihre Unterrichtseinheiten und Vorlesungen hybrid oder vollständig online.

Veränderungen lösen Stress aus

Mit derartigen Veränderungsprozessen müssen wir Menschen umgehen. Sie sind begleitet von verschiedenen Anpassungsreaktionen. Die sind rein physiologisch von Stress begleitet, einem Anstieg von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin. Der muss nicht gleich krankmachen oder negativ sein (Distress). Er kann auch motivierend und energiebringend wirken, sich diesen Herausforderungen angemessen zu stellen (Eustress). Das kann aber auch dazu führen, dass es zu großen Unsicherheiten und damit zu Irritationen, Ängsten, Sorgen und ungesundem Stress kommt.

Wenn wir als Gesellschaft oder als Unternehmen angemessen darauf reagieren, müssen wir uns mit Themen wie Kommunikation, Werten, Schutz- und Risikofaktoren aus der Resilienz (Resilienzmodell Sebastian Mauritz, 2018) beschäftigen. Schutzfaktoren stärken die eigene Widerstandsfähigkiet und Flexibilität und helfen im Umgang mit Krisen. Risikofaktoren können uns aus dem Gleichgewicht bringen.  Sich an dem Punkt einmal zu überlegen, was schützt mich eigentlich vor Krisen oder hat es in der Vergangenheit getan, kann sehr hilfreich sein. Gleiches gilt für Risikofaktoren – was könnte möglicherweise die Zukunft meines Unternehmens gefährden. 

5. Herausforderung

Da wir mittendrin sind und einige Jahre, mittlerweile Jahrzehnte, Erfahrung mit dem digitalen Wandel haben, könnten wir eine hilfreiche Bestandsaufnahme machen und mögliche Perspektiven für die Zukunft in den Blick nehmen: 

  • Wie bin ich digital aufgestellt? Persönlich und beruflich.
  • Was nutze ich an technischen Geräten täglich? Was nutze ich gar nicht?
  • Ist mein Firmenauftritt den Herausforderungen gewachsen?
  • Bin ich angebunden an soziale Netzwerke? 
  • Bin ich zufrieden mit meiner Sichtbarkeit?
  • Wie sieht es mit der Öffentlichkeitsarbeit aus? Welche digitalen Möglichkeiten habe ich? 
  • Was würde ich gerne verändern? Was möchte ich keinesfalls verändern
  • Was bereichert mich und erleichtert mir mein (Berufs-)leben

Das sind wichtige Fragen, die heute eine große Rolle spielen und über die wir nachdenken können. Im Zusammenhang mit Widerstandsfähigkeit, Resilienz, sind Reflexionen hilfreich, wie wir täglich mit den Geräten und sozialen Netzwerken umgehen. Sind wir uns der Auswirkung bewusst? Wie oft hören wir, dass sich Menschen im Netz verlieren. Wenn sie zum Beispiel nur mal eben eine Mail checken oder in den Kalender schauen wollten, ein „kurzer“ Blick auf Facebook oder Instagram und plötzlich ist wieder eine Stunde vergangen. Sich unbewusste Verhaltensweisen an dieser Stelle einmal bewusst machen, kann entscheidend dazu beitragen, sein digitales Verhalten zu überprüfen und es gegebenenfalls zu verändern und günstig anzupassen. 

Bewusstwerden und sinnvoll nutzen

Der digitale Wandel hat uns viel Gutes gebracht hat, aber auch Einiges, über das wir nachdenken sollten. Eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Entziehen können wir uns dem Wandel nicht. Die Digitalisierung hingegen nutzen, um sinnvoll mit allen Neuerungen zu leben, das ist wohl die Herausforderung unserer Zeit. Ein sensibler Umgang und ein Bewusstwerden, dass diese Aufgabe von uns allen bewältigt wird. Das ist meines Erachtens die Brücke zwischen analoger und digitaler Welt und allem, was mit ihr zusammenhängt. Das betrifft unser Verhalten, unsere Freundschaften, unser Lernen und Arbeiten, unsere Persönlichkeiten und Charaktere, unser Dabeisein oder Fernhalten, unsere Nutzung und der Gebrauch, unser Umgang mit den Auswirkungen, unserer Meinungsbildung und Darstellung, unser Reflexion und unseren Umgang miteinander. 

6. Unterstützung

Vielleicht können Sie bei dem Beantworten der ein oder anderen Frage Unterstützung benötigen? Möglicherweise sind Sie auch gerade an einem Punkt, an dem Sie Ihre Selbstständigkeit aufrollen möchten, sich neu positionieren, aufstellen möchten.  

Nehmen Sie gern über meine Seite www.content-crossmedial.de/kontakt zu mir auf. Ich helfe Ihnen gern unverbindlich bei einer Bestandsaufnahme.